Erfahrungsberichte
Als ich aus dem Flieger stieg, ging’s mir erst mal gar nicht gut. Wie wird wohl meine Familie sein und wie werd ich mich mit der Tochter verstehen und vor allem, was mach ich, wenn ich sie alle nicht versteh?
Meine Angst war zum Glück total unbegründet. Es klappte von Anfang an. Meine Gasteltern waren wirklich bemüht, mir alles recht zu machen und mit Angelique verstand ich mich sofort.
Schon nach einigen Tagen war ich erstaunt, wie gut ich alle verstand und selber auch gar nicht so schlecht sprechen konnte. Klar, war es am Anfang holprig und manchmal hat es genervt, dass ich kein Deutsch sprechen konnte, es hätte aber auch nichts genutzt, weil meine Gasteltern kein Deutsch konnten, nur Angelique hatte zwei Jahre in der Schule, aber das Ergebnis war noch dürftig.
Unterricht hatte ich bei Paul, dem Gastvater. Der Morgen verging immer ziemlich schnell und war lustig. Wir sind nicht einfach nur allein nach dem Schulbuch vorgegangen, sondern haben Zeitungen gelesen, haben z.B. über die deutsche Schule diskutiert und über die ganzen zwei Wochen ein Buch gelesen und besprochen. Eine Stunde Grammatik am Tag war allerdings immer Pflicht bei ihm, das sei wie das Kopfrechnen in seinem Matheunterricht meinte er. Alles was ich nicht konnte, wurde eingepaukt. Und wir haben zusammen ein Fotoalbum erstellt, das ich wie ein Tagebuch geführt hab, das war cool.
Am Nachmittag war ich zwei Wochen lang beim Surfkurs, da hab ich ne ganze Menge Franzosen kennengelernt, die in Nizza Urlaub machten.
Besonders viel Spaß hatte ich mit Angelique, wir waren shoppen oder am Strand oder mit Martine unterwegs, die uns auch oft umhergefahren und vieles gezeigt hat, Monaco, Grasse, wo ich mir mein Parfüm zusammengemixt hab, tolle Märkte, es ist wirklich total toll hier. Leider bin ich nicht mehr zu den Filmfestspielen hier, aber nächstes Jahr komme ich wieder, das steht fest.
Für meine Facharbeit im Fach Kunst habe ich mir Picasso als Thema ausgewählt, weil ich der Meinung war, dass das gut mit meinem Leistungskurs Französisch zu verbinden ist. Deshalb habe ich mich für einen dreiwöchigen Aufenthalt in Monaco entschieden. Es war einfach toll. Ich habe Picassos Werke im Château Grimaldi mehrmals besucht, habe unglaublich viel Informationen gesammelt, Fotos und eigene Skizzen gemacht und ganz nebenbei mein Französisch verbessert. Und trotz des Unterrichts und der Vorbereitung für die Facharbeit war es irgendwie auch Urlaub in einer Traumgegend mit wirklich tollen Leuten, bei denen ich mich sehr wohl gefühlt hab. Vielen Dank!
Das größte Lob kam nach den Sommerferien von meinem neuen Englischlehrer, der meine schlechte Zeugnisnote in Englisch überhaupt nicht verstehen konnte, ich hätte doch eine gute Aussprache und könnte mich gut ausdrücken. Er würde mich zu den Besten in der Klasse zählen.
